Verkehrsleitzentrale Südbayern

Besuch in der Verkehrsleitzentrale in Südbayern

Mit großem Interesse habe ich von der Möglichkeit erfahren, die Münchner Verkehrsleitzentrale besuchen zu dürfen.

Da die ASFiNAG in ausgewählten Autobahnabschnitten die Pannenstreifen zeitweise für den Verkehr freigeben will und die IKK in der Planung bzw. in der Projektsteuerung mitwirken darf, organisierte der Auftraggeber für die beteiligten Mitarbeiter, bzw. für die mitwirkenden Planungsunternehmen, einen Besuch in der Verkehrsleitzentrale Bayern.

Und da fast alle Teilnehmer aufgrund von Stau und stockendem Verkehr mit Verspätung ankamen, wurde klar, dass die Freigabe des Pannenstreifens erforderlich ist. 🙂


 

Nach der Begrüßung seitens der Leitung der Verkehrszentrale hörten wir u.a. einen sehr informativen Vortrag über das hochrangige bayrische Straßennetz und den strukturellen Aufbau der Zentrale. Anschließend gingen wir ins Herz der Zentrale – den Steuerungsraum.


 

Alle Teilnehmer waren bereits einmal in solchen Zentralen. Wie die Pannenstreifenfreigabe in der Realität funktioniert, war für die Mehrheit jedoch noch wenig bekannt.

Wir durften den gesamten Ablauf live miterleben. Es blieb sogar ein KFZ aus technischen Gründen auf dem Seitenstreifen stehen und die Freigabe musste dementsprechend rückgeschaltet werden. Der Unterschied war sofort bemerkbar – trotz vier freier Fahrstreifen reduzierte sich die Geschwindigkeit und aus teilweise freiem Verkehr wurde stockender Verkehr.

Auf dem Bildschirm konnten wir bald einen Auffahrunfall am dritten Fahrstreifen miterleben – noch mehr Stau. 🙁

 

Der Operator reagierte sehr professionell darauf und schaltete die Anzeigenquerschnitte (Wechselkennzeichen) im Vorlaufbereich dementsprechend.

Unglaublich, was eine KFZ-Panne verursachen kann und wie viel tausend Verkehrsteilnehmer dadurch später nach Hause kommen…

Eine gute halbe Stunde später wurde das Pannen-KFZ dann abgeschleppt. Der Operator fing an den Pannenstreifen erneut zu überprüfen, um zu erfahren, ob die Freigabe wieder möglich wäre. Sieben Kilometer lange Strecken mussten möglichst schnell kontrolliert werden. Da in einer Pannenbucht ein Fahrzeug stand, war die Freigabe leider noch nicht möglich… Nach wenigen Minuten konnte das KFZ die Bucht jedoch verlassen und der Operator musste wieder die ganze Strecke überprüfen.

Nachdem nun alles frei war, wurde der Pannenstreifen für den Verkehr freigegeben. Der Unterschied war bereits nach wenigen Minuten zu sehen…


 

Die Pannenstreifenfreigabe ist natürlich kein Wundermittel, aber solange der notwendige Ausbau der Autobahn nicht erfolgt, kann sie als Sofortmaßnahme ganz gut dienen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie wir das in Österreich umsetzen können!


 

Abschließend möchte ich mich sehr herzlich bei den Organisatoren bedanken! Es war sehr interessant und ich werde die hier gewonnenen Erfahrungen gut in meine Arbeit einbringen können.

 

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