Med Campus Graz

Im Bereich der Neuen Stiftingtalstraße wird das Med Campusgelände errichtet. Die Hydroconsult  GmbH bearbeitet zahlreiche Projekte in diesem Bereich und gibt uns in diesem Beitrag einen Überblick.


 

Med Campus Graz

Die Bundesimmobiliengesellschaft errichtet für die Med Uni Graz das Med Campusgelände im Bereich der Neuen Stiftingtalstraße. Die Hydroconsult GmbH war bereits im Zuge der Bebauungsplanerstellung mit der Erstellung eines Gutachtens hinsichtlich der Hangwasserverhältnisse, der Hochwasserverhältnisse des Stiftingbaches sowie der Oberflächenentwässerung beauftragt. In weiterer Folge wurden von der Hydroconsult GmbH zahlreiche weitere Projekte im Bereich des Med Campus bearbeitet (z.B. Umgestaltung und Verlegung Stiftingbach, Straßenbahnverlängerung Linie 7, usw.).

Aktuell wird das Modul II des Med Campus errichtet, das Institut für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie (IKM) wurde 2020 fertig gestellt und der 2. Teil des Zentrums für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin II (ZWT II) steht kurz vor dem Baustart. Die Hydroconsult GmbH war beim Med Campus Modul II – West, dem IKM und dem ZWT II für die Planung der Oberflächenentwässerung verantwortlich.

Die besondere Herausforderung der Entwässerungsplanung bestand vor allem in den sehr beengten Platzverhältnissen zwischen neuer und alter Stiftingtalstraße. Insbesondere beim Modul II – West, das auf der bestehenden LKH-Tiefgarage errichtet wird, ist praktisch das gesamte Grundstück bebaut, weshalb keine Freiflächen für Entwässerungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Die Überbauung musste so konstruiert werden, dass sie statisch von der bestehenden Parkgarage entkoppelt wird. Dies wurde über einen Betonträgerrost erzielt, der über der alten Garagendecke errichtet wurde und die gesamte Überbauung trägt.

Sowohl die beengten Platzverhältnisse, aber auch der gering durchlässige Untergrund lassen eine Versickerung der anfallenden Wässer nicht zu, weshalb diese entsprechend gedrosselt in den Stiftingbach geleitet werden. Für die Ableitung unter der neuen Stiftingtalstraße wurden dabei zwei bereits für die Bestandsobjekte vorhandene Regenwasserleitungen verwendet. Die auf Verkehrsflächen anfallenden Wässer werden vor der Einleitung in den Stiftingbach entsprechend vorgereinigt.

Während beim IKM und dem ZWT II im Bereich der Außenanlagen ausreichend Platz für die Errichtung unterirdischer Retentionsbecken vorhanden waren, nimmt die bestehende LKH-Garage beim Modul II – West den gesamten Bauplatz aus. Eine Reduktion der Stellplätze in der Garage zur Unterbringung eines Retentionsbeckens war nicht möglich, weshalb eine andere Lösung gefunden werden musste. Das nördliche Betonbecken wurde daher im Bereich der Trägerrostebene über der Garage situiert und besteht aus 2 Retentionskammern, welche über Verbindungskanäle miteinander verbunden sind. Beim Ablaufkanal wurde eine Edelstahldrossel vorgesehen, als Sicherheitsmaßnahme dienen zwei Notüberlaufkammern, welche über einen Verbindungskanal gekoppelt sind und die Wässer über einen gesonderten Notüberlaufkanal bis zum Anschluss an den Hauptableitungskanal aus dem Gebäude abtransportieren.

Das südliche Betonbecken wurde unterhalb der bestehenden Zufahrtsrampe positioniert und zusätzlich zum gedrosselten Ablauf ebenfalls mit einem Notüberlaufkanal ausgestattet. Der Ablaufkanal wurde an den Ableitungskanal von IKM und ZWT II angeschlossen.

Grundsätzlich wurden sämtliche Entwässerungsmaßnahmen so ausgelegt, dass die Funktion dieser durch entsprechende Notüberläufe bzw. Bypassleitungen bis zu mind. 100-jährlichen Niederschlagsereignissen sichergestellt werden kann.

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