Hochwasserrückhaltebecken Zusertalgasse

Spatenstich Hochwasserrückhaltebecken Zusertalgasse

Am 20.11.2019 fand am Gelände der Wirtschaftskammer Steiermark in der Zusertalgasse in Graz die Spatenstichfeier für das Hochwasserrückhaltecken des Zusertalgerinnes statt. Der Spatenstich wurde von Vertretern des Landes Steiermark in Person von Landesrat Johann Seitinger, der Stadt Graz durch Bürgermeister Siegfried Nagl und der Wirtschaftskammer Steiermark durch Präsident Josef Herk vorgenommen.


 

Das Rückhaltebecken wird auf Betreiben der Wirtschaftskammer Steiermark im Zuge des Baus des „Center of Excellence“ errichtet. Finanziert wird das Projekt durch die Wirtschaftskammer Steiermark, die auch als Bauherr auftritt, unter Beteiligung des Landes Steiermark und der Republik Österreich. Nach Fertigstellung der Anlage wird diese von der Stadt Graz übernommen. Die wasserbautechnische Planung von der ersten Studie 2016 bis zur Ausführungsplanung erfolgte durch die Hydroconsult GmbH. Die IKK Engineering zeigt sich als Subunternehmerin für die statisch-konstruktive Bearbeitung, die Erstellung der Leistungsverzeichnisse samt Angebotsprüfung und die örtliche Bauaufsicht verantwortlich. Im Anschluss an den offiziellen Spatenstich führte das Planungs- und Aufsichtsteam noch einen getrennten Spatenstich durch, der vom pünktlich mit dem Ende des offiziellen Teils einsetzenden Regen etwas beeinträchtigt wurde.


 

Zum Schutz des Bezirkes Geidorf in der Stadt Graz vor Hochwässern des Zusertalgerinnes ist die Errichtung eines Rückhaltebeckens mit einem Nutzinhalt von 13.360 m³ (bis zum Anspringen der Hochwasserentlastung) geplant. Durch das Rückhaltebecken werden nicht nur die Wirtschaftskammer Steiermark, sondern auch rd. 120 Wohngebäude mit ca. 13.000 Einwohner*innen, zahlreiche Gewerbebetriebe, Tiefgaragen und Infrastruktureinrichtungen, wie auch Schulen, und Kindergärten vor Hochwässern des Zusertalgerinnes geschützt.

Das Zusertalgerinne, das kurz bachauf des Beckenstandortes in einen zur Mur führenden Regenwasserkanal mündet, weist bei Starkniederschlägen einen deutlich höheren Abfluss auf, als dieser Kanal abzuführen im Stande ist, weshalb es bei solchen Ereignissen zu großflächigen Ausuferungen in Geidorf kommt. Um diese Gefährdungen bis zu 100-jährlichen Abflussereignissen des Zusertalgerinnes auszuschalten, werden die Wässer im geplanten Rückhaltebecken gespeichert und entsprechend der Abfuhrfähigkeit des Regenwasserkanals gedrosselt in diesen abgeleitet. Das Becken wird durch einen ca. 220 m langen und maximal 4,5 m hohen Abschlussdamm gebildet, der mit einer Stahlspundwand abgedichtet wird. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse zwischen der Zusertalgasse und einer steil aufragenden Böschung werden die Dammböschungen in weiten Teilen vergleichsweise steil, unter Verwendung von speziellen Sicherungsmaßnahmen („bewehrte Erde“) ausgebildet, wobei diese eine durchgehende Begrünung zulassen. Durch die Verwendung einer mechanischen Abflussregelung wird das Rückhaltevolumen des Beckens optimal ausgenutzt und die Dammhöhe auf das unbedingt erforderliche Ausmaß begrenzt.

Um nicht nur den technischen Schutzzweck zu erfüllen, sondern auch den aktuellen Anforderungen an den Naturschutz zu entsprechen, wurde das Projekt von Beginn an von einer ökologischen Fachplanung (Freiland Umweltconsulting ZT GmbH) begleitet. So kann z.B. durch die Abrückung des Dammes von der Zusertalgasse der Baumbestand in diesem Bereich möglichst erhalten werden, bzw. sind standortgerechte Ersatzpflanzungen vorgesehen. Zudem wird das Zusertalgerinne im Beckenbereich aus dem Kanal ausgeleitet und wieder als offenes, naturnahes Gerinne geführt. So konnte eine umweltverträgliche Planung gewährleistet werden, die Voraussetzung für die erforderliche Naturschutzrechtliche Bewilligung war. Die Planungen erfolgten in enger Abstimmung mit der Stadt Graz – Abteilung für Grünraum und Gewässer und der Holding Graz. Die Fertigstellung des Beckens ist mit Ausnahme der Bepflanzungsmaßnahmen für Mai 2020 geplant.

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