Brücke MED CAMPUS Graz

Fußgänger- und Radfahrerbrücke MED CAMPUS Graz

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG, www.big.at) als Bauherr und Eigentümer errichtet im Auftrag der Medizinischen Universität das Modul 2 des MED CAMPUS Graz. Nach der für 2022 geplanten Fertigstellung wird dieser Neubau mit dem bereits 2017 fertiggestellten Modul 1 durch die bereits im August letzten Jahres errichtete Brücke verbunden sein. Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Stiftingtalstraße wird die verschiedenen Institute in beiden Modulen zu einem modernen Campus vereinen.

Daninger+Partner wurde über ein für die Werkstattplanung der Stahlbrücke verantwortliches Planungsbüro mit der Detailstatik für ein Brückentragwerk inkl. temporärer Festhaltekonstruktion sowie Hilfstragwerke für die Montage beauftragt. Bei der konstruktiven Planung musste berücksichtigt werden, dass die in drei Elementen gelieferte Stahlkonstruktion mit jeweils ca. 25m Länge und einem Gewicht von 65 Tonnen mit Mobilkränen auf Stützen gehoben werden musste. Unser Auftrag gliederte sich in drei Bauteile:

  1. Stützen mit Montageverbänden
  2. Die äußeren Brückenelemente 1 und 2 als Hohlkastenkonstruktion, Kragträger und Untersichtverkleidung für bauseitige Verschraubung und Hub zusammen mit Hohlkasten
  3. Das mittige Brückenelement 3 als Hohlkastenkonstruktion

Sämtliche Bauteile wurden vor Ort eingehängt, verschraubt, verschweißt und fertiggestellt.


Unsere Herausforderungen:

Silke Kern, Statikerin: „Aus Platzgründen musste eine Hohlkastenkonstruktion als statisches System gewählt werden. Leider konnte dieses System aber aufgrund von Zwangspunkten wie einer Bestandsstiege nicht überall durchgezogen werden. In diesem Fall musste aufgrund der mittig platzierten Abgangsstiege der Hohlkasten durch ein Fachwerk ersetzt werden. Auch bei der Montage war die Stiege im Weg. Sie musste beim Einheben des Elements 1 vorher kurzfristig demontiert und nach dem Hub wieder eingebaut werden. Auch der Bauablauf der Modulerrichtung des MED CAMPUS forderte mich: nachdem das Modul 2 zum Zeitpunkt der Brückenerrichtung noch nicht stand, wurden verschiedene temporäre Halterungskonstruktionen notwendig die nach der Montage aber wieder entfernt werden mussten.“

Dieter Eichberger, Stahlbaukonstrukteur: „Das Design und die Konstruktion entspricht den hohen Anforderungen des Bauherrn. Aus diesem Grund war es eine große Herausforderung für mich, optimale Lösungen bei der Detailausbildung der gedrungenen Profile und der räumlich schräggestellten Stützen zu finden. Bauseits gegebene Einbauten oder Leitungsfreiräume mussten in Form von Überhöhungen, zusätzlichen Fachwerken und Kragarmen eingebunden werden. Der fast wichtigste Aspekt war natürlich für mich so zu konstruieren, damit die einzelnen angelieferten Elemente vor Ort reibungslos montiert werden konnten. Hier mussten die Stöße so ausgebildet werden, dass Bau- und Fertigungstoleranzen ausgeglichen werden konnten.“

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